Vortrag von Prof. Dr. Igel im Rahmen des regenerativen Arbeitskreises
Dass KI-Systeme auch beim Betrieb von elektrischen Stromnetzen Einzug erhalten werden, erfuhren die Zuhörer in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Seminarraum der Fakultät E sowie die zahlreichen online zugeschalteten Teilnehmer der Vortragsveranstaltung des regenerativen Arbeitskreises an der TH Mannheim.
Mit Prof. Igel von der htw saar konnte ein ausgewiesener Forscher und Experte auf dem Gebiet der elektrischen Energieversorgung als Vortragender gewonnen werden.
Wichtige Ergebnisse der Forschungsaktivitäten zur Anwendung von KI in Energie-versorgungsnetzen an der htw saar sind, dass mit Unterstützung von KI-Systemen eine nur noch stark reduzierte Messtechnik in der Niederspannung notwendig ist. Prof. Igel konnte zeigen, dass mit nur einer Messstelle, z.B. auf der Unterspannungsseite des Ortsnetztransformators, die gesamte Strom- und Spannungssituation in einem Niederspannungsnetz bestimmbar ist. Konsequent weitergedacht hat dies enorme ökonomische Auswirkungen auf die zukünftige Gestaltung der elektrischen Energieversorgungsnetze und die Ausrüstung mit Equipment in den Stationen: Auf viele Betriebsmittel, die nach heutigem Stand zur Erfassung des Netzzustandes notwendig sind, wird man verzichten können.
Gleichzeitig wies Prof. Igel aber auch auf diverse Schwächen in der Anwendung von KI-Systemen hin. Unter dem Begriff „KI-Halluzinationen“ versteht man dabei falsche oder durch nicht adäquate Trainingsdaten gefundene Ergebnisse. Prof. Igel: „Jede Frage an ein KI-System wird beantwortet und sei die Antwort auch noch so fehlerhaft!“
Diese Problematik führt dazu, dass enorme Anstrengungen auf den Trainingsprozess des verwendeten KI-Systems verwendet werden müssen. Fehlerhafte, lückenhafte oder eine zu geringe Anzahl von Trainingsdaten führen auf unbrauchbare Ergebnisse.
Der Vortrag endete mit der Erkenntnis, ein neues und leistungsstarkes Tool zur Verfügung zu haben, welches sicherlich Einzug in die Welt der Stromnetze halten wird. Weitere Anwendungen wie Erdschlusserfassung oder Kurzschlussstrombestimmungen sind denkbar. Aber es hat sich auch gezeigt, dass Fachleute zur Bewertung der Ergebnisse und zur Begleitung des Trainingsprozesses bis auf Weiteres unverzichtbar sind.
Eine angeregte Diskussion schloss die überaus gelungene Veranstaltung des regenerativen Arbeitskreises ab.
(Autor: Prof. Dr. Thomas Hunger)
