Blackout auf der iberischen Halbinsel 2025 – Waren die regenerativen Anlagen schuld? - Vortrag von M.Sc. Robert Beuchert (Netze BW)

Einen interessanten und informativen Vortrag hielt der Alumni der TH Mannheim, Robert Beuchert von den Netzen BW, im Rahmen der Vortragsreihe des regenerativen Arbeitskreises an der TH Mannheim. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Seminarraum der Fakultät E, und auch die Möglichkeit, den Vortrag über das Internet zu verfolgen, wurde rege wahrgenommen. Neben Studenten und Professoren waren etliche VDE Mitglieder aus dem Raum Nordbaden anwesend, was die Bedeutung und das Interesse an diesem Thema eindrucksvoll unterstrich.

Herrn Beuchert gelang es hervorragend, den technischen Ablauf des Blackouts darzustellen und verschiedene Mechanismen, die zu dem Ausfall führen können, den interessierten und fachkundigen Zuhörern zu erläutern. Neben den technischen Erklärungen wurden auch die unterschiedlichen Reaktionen aus Politik, Medien und derÖffentlichkeit thematisiert. Einen breiten Raum bei den technischen Erklärungen nahmen die hohen PV-Einspeisungen in Spanien und Portugal, die Lastsituationen und die geringen Einspeisungen der konventionellen Kraftwerke vor Störungseintritt ein. Daneben thematisierte Herr Beuchert die Auslegung des Netzschutzes und die Kommunikationswege in der Netzführung. Unter anderem erfuhren die erstaunten Zuhörer, dass auch im Jahr 2025 Vorgänge in der sensiblen Infrastruktur nicht vollautomatisiert ablaufen, sondern klassisch über Telefonleitungen initiiert werden. Dass damit wertvolle Reaktionszeit bei Störungsereignissen verstreicht, ist selbstredend.

„Der Stromausfall ist nicht monokausal zu betrachten, sondern es spielen viele Faktoren eine Rolle“, so Herr Beuchert. Letztendlich wurden ein gestörter Blindleistungshaushaltt, Probleme mit der Spannungshaltung und eine ungünstige Schutzauslegung als auslösende Faktoren identifiziert. In der zum Schluss des Vortrags anschließenden Diskussion wurde besonders der Anteil der regenerativen Anlagen an diesen Problemfeldern diskutiert. Die Zuhörerschaft war sich einig, dass einfache Lösungen nicht existieren und komplexe Fragen auch komplexe Antworten erfordern. Mit weiteren Diskussionen in kleinen Gruppen nach Veranstaltungsende klang eine wiederum gelungene Veranstaltung des regenerativen Arbeitskreises aus. (Autor: Prof. Dr. Thomas Hunger)
 


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